OTTO macht sein Sortiment für ChatGPT zugänglich. Mit einem neuen OTTO ChatGPT-Plugin können Kunden direkt im KI-Chatbot nach Produkten suchen und sich beraten lassen. Parallel testet der Onlinehändler Werbung in ChatGPT. Technische Grundlage ist das Model Context Protocol (MCP), ein offener Standard, der KI-Systeme mit digitalen Diensten verbindet.
So funktioniert das OTTO ChatGPT-Plugin
Über das Plugin können Nutzer Fragen stellen wie: Welche Waschmaschine passt zu einer vierköpfigen Familie? Oder: Welche Siebträgermaschine passt zum eigenen Bedarf? Die KI greift dafür auf das OTTO-Sortiment mit mehr als 19 Millionen Produkten zu.
Gekauft wird allerdings nicht in ChatGPT selbst. Ist ein passendes Angebot gefunden, wechseln Kunden zum Abschluss auf die OTTO-Plattform. Dort bezahlen sie wie gewohnt und können zusätzliche Services buchen.
MCP als Schritt zum Agentic Commerce
Entscheidend ist dabei die technische Anbindung. Ein von der Otto Group one.O entwickelter API-Endpunkt macht die OTTO-Schnittstellen mit MCP kompatibel. Der offene Standard soll es erleichtern, KI-Anwendungen mit Onlineshops zu verbinden, ohne jede Integration neu zu entwickeln.
Für OTTO ist das ein Schritt in Richtung Agentic Commerce. Künftig könnten KI-Agenten etwa aktuelle Preise und Lagerbestände abrufen oder Bestellungen auslösen. Perspektivisch seien sogar Anpassungen in angebundenen Systemen denkbar, etwa bei Rechnungen im ERP. Das sind jedoch mögliche künftige Anwendungen. Der aktuelle Praxistest soll zunächst Erfahrungen mit der Anbindung dynamischer Schnittstellen liefern.
Eigener KI-Assistent mit höheren Bestellwerten
Der Zugang über OTTO ChatGPT ergänzt einen KI-Assistenten, den OTTO bereits auf der eigenen Plattform anbietet. Dieser berät Kunden im gesprochenen Dialog. Laut Unternehmen erzielt er bis zu 37 Prozent höhere Bestellwerte als die klassische Suche, bei doppelter Conversion.
OTTO testet Werbung in ChatGPT
Außerdem gehört OTTO nach eigenen Angaben seit September zu den ersten Testpartnern für ChatGPT Ads in Europa. Die ersten Ergebnisse seien vielversprechend gewesen. Nun prüft das Unternehmen den langfristigen Einsatz.
Dabei legt OTTO Wert auf eine klare Trennung zwischen bezahlter Werbung und organischen Empfehlungen. Denn wenn KI zunehmend Produkte vorschlägt, müssen Nutzer erkennen können, ob eine Empfehlung aus der Beratung stammt oder bezahlt wurde.
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Quelle: e-commerce magazin, 20. Oktober 2026