Otto Group und Sereact: Bis zu 25 KI-Roboter sortieren Retouren

Die Otto Group testet mit Sereact KI-Roboter für Retouren in Polen. Zunächst kommen zehn Systeme, später bis zu 25.
Otto Group Sereact: KI-Roboter mit zwei Greifarmen für die Retourenbearbeitung Otto Group Sereact: KI-Roboter mit zwei Greifarmen für die Retourenbearbeitung
Bild: Sereact

Die Otto Group und Sereact setzen bei Retouren auf KI-Roboter. In einem Logistikzentrum der Otto Group in Polen sollen bis zu 25 KI-gesteuerte Robotersysteme zurückgeschickte Ware greifen, erkennen, bewerten und sortieren. Das hat das Stuttgarter Robotik-Unternehmen Sereact am 28. Oktober in einer Mitteilung bekanntgegeben.

Otto Group und Sereact starten in zwei Phasen

Laut Sereact beginnt das Projekt mit zehn KI-gesteuerten Systemen mit jeweils zwei Greifarmen. Abhängig von den ersten Ergebnissen sollen in einer zweiten Phase 15 weitere Systeme hinzukommen. Verläuft auch diese Phase erfolgreich, prüft die Otto Group eine breitere Einführung in ihrem gesamten Logistiknetzwerk. Wie Retail-News betont, ist eine Ausweitung auf weitere Standorte damit möglich, aber noch nicht beschlossen.

Außerdem stellt Sereact die Systeme für die Otto Group im Modell Robotics-as-a-Service bereit. Das heißt: Sereact betreibt und wartet die Roboter. Die Beschäftigten sollen sich laut Mitteilung künftig stärker um die Aufsicht, um Ausnahmefälle und um die abschließenden Qualitätsentscheidungen kümmern, statt wiederholt zu greifen und zu heben.

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KI-Modell Cortex und Technik von Nvidia

Technische Grundlage der Kooperation von Otto Group und Sereact ist das Physical-AI-Modell Cortex. Es soll auch Artikel erkennen und handhaben, die es noch nie gesehen hat, und zwar ohne produktspezifisches Training und ohne feste Artikelliste. Für Simulation und Training nutzt Sereact laut Mitteilung Nvidia Isaac Sim, Isaac Lab und die Weltmodelle von Nvidia Cosmos. Danach werden neue Modelle auf Blackwell-Grafikprozessoren nachtrainiert. Dadurch sollen Korrekturen innerhalb von Tagen statt Wochen als getestetes Update bereitstehen.

„Retouren sind bekanntermaßen schwer zu automatisieren, und Physical AI hat das Potenzial, das zu ändern“, sagt Martin Umland, Group Vice President Supply Chain Management der Otto Group, laut Mitteilung (übersetzt). Sereact-CEO und Mitgründer Dr. Ralf Gulde ergänzt (übersetzt): „Ein Roboter, der nur den Katalog von gestern kennt, nützt in einem Retourenzentrum wenig.“

Teil der KI-Investitionen der Otto Group

Die Partnerschaft von Otto Group und Sereact ist laut Mitteilung Teil einer mittelfristigen Zusage der Otto Group, 350 Millionen Euro in Technologie und KI zu investieren. Allerdings wurden konkrete Angaben zu Kosteneinsparungen oder zur Zahl der automatisierten Retouren laut Retail-News nicht veröffentlicht.

Sereact selbst hat seinen Sitz in Stuttgart und wurde von Dr. Ralf Gulde und Marc Tuscher gegründet. Im Jahr 2026 sammelte das Unternehmen in einer Series-B-Runde 116 Millionen US-Dollar ein.

Mehr zu Robotern in der Logistik: ROSSMANN testet humanoiden Roboter in der Intralogistik.

Quellen: Sereact, Mitteilung, 28.10.2026; Retail-News, 02.11.2026

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