Salesforce kauft die Marketing-Plattform Braze. Der Softwarekonzern hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme geschlossen, die Braze mit rund 5,66 Milliarden US-Dollar bewertet. Mit Salesforce Braze will der Konzern Kundendaten enger mit automatisierten Marketingentscheidungen verknüpfen.
Kaufpreis: 47,50 US-Dollar je Aktie in bar
Die Aktionäre der Klasse A erhalten 47,50 US-Dollar je Aktie in bar. Das liegt laut Goldesel rund 58 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag von 30,04 US-Dollar. Außerdem braucht Salesforce nach eigenen Angaben keine zusätzliche Fremdfinanzierung für den Kauf.
Was Braze macht
Mit der Software von Braze können Unternehmen unmittelbar auf das Verhalten ihrer Kunden reagieren. Sie verarbeitet Daten aus mobilen Apps, Websites und weiteren digitalen Angeboten und spielt Nachrichten unter anderem per E-Mail, SMS, WhatsApp und in mobilen Apps aus. Nach Unternehmensangaben verarbeitet die cloudbasierte Plattform jährlich Billionen von Nachrichten und Aktionen.
Darüber hinaus sollen die KI-Funktionen „BrazeAI“ Inhalte, Angebote, Kanäle und Versandzeitpunkte optimieren. Zudem betreut Braze nach eigenen Angaben rund 2.770 Unternehmenskunden, darunter Canva, Dairy Queen, Equinox, Instacart, Urban Outfitters und Venmo. Gegründet wurde das Unternehmen unter anderem von Bill Magnuson und Jon Hyman.
Das will Salesforce mit Braze erreichen
Braze soll die Marketing Cloud, Data 360, Customer 360 und die KI-Agentenplattform Agentforce ergänzen. Dadurch sollen Kundendaten stärker mit automatisierten Entscheidungen verknüpft werden, etwa wenn Kunden Produkte ansehen, kaufen oder digitale Dienste nutzen. Im Fokus steht dabei das Endkundengeschäft. Marketing, Vertrieb, E-Commerce und Kundenservice sollen enger zusammenrücken, die Architektur soll dabei offen bleiben. Außerdem wird Braze unter seiner bisherigen Marke weitergeführt.
Salesforce Braze: Wachstum ja, Marge zunächst nein
Salesforce sieht den Zukauf als wachstumsfördernd, rechnet kurzfristig aber mit einer Verwässerung der Profitabilität. Trotzdem bleibt die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 unverändert, eine Prognose für 2028 liegt noch nicht vor. Die langfristigen Finanzziele wurden nicht angepasst. Eine Analystenschätzung sieht für Braze im Folgejahr einen möglichen Beitrag von mehr als 1 Milliarde US-Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR). Gleichzeitig haben mehrere Analysten ihre Einstufung für Braze nach der Vereinbarung auf neutral angepasst, was vor allem den vereinbarten Barpreis widerspiegelt.
Abgeschlossen werden soll die Übernahme im Geschäftsjahr 2028. Allerdings sind unter anderem die Zustimmung der Braze-Aktionäre und behördliche Genehmigungen nötig. Ob sich der hohe Aufschlag am Ende lohnt, hängt laut beiden Quellen vor allem von einer erfolgreichen Integration und zusätzlichen Umsätzen ab.
Mehr zum Thema: Salesforce: KI und Jobabbau
Quellen: Retail-News, 21. Oktober 2026; Goldesel, 21. Oktober 2026