EU-Importgebühr: Zwei Euro je Warenposition bei Bestellungen aus Drittländern

Seit 1. November gilt eine neue EU-Gebühr von zwei Euro je Warenposition für Direktsendungen aus Drittländern. Betroffen sind vor allem Temu, Shein und AliExpress.
EU-Importgebühr: Flugzeug über Frachtcontainern (Symbolbild) EU-Importgebühr: Flugzeug über Frachtcontainern (Symbolbild)
Foto: DHL

Seit dem 1. November 2026 gilt eine neue EU-Importgebühr für bestimmte Direktsendungen aus Drittländern. Pro unterschiedlicher Warenposition in einer Sendung fallen zwei Euro an. Das berichtet Retail-News. Betroffen sind vor allem Bestellungen bei Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress.

So wird die EU-Importgebühr berechnet

Entscheidend ist laut Retail-News nicht die Zahl der Artikel, sondern die Zahl der unterschiedlichen Zolltarifpositionen. Der Warenwert spielt dabei keine Rolle. Die Gebühr betrifft Waren, die Händler oder Plattformen direkt aus Drittländern wie China an Privatkunden in der EU schicken.

Retail-News nennt dazu diese Beispiele:

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  • Ein T-Shirt, eine Handyhülle und ein Buch sind drei Warenpositionen. Die Gebühr beträgt also sechs Euro.
  • Mehrere gleiche Artikel in einer Position lösen nur einmal zwei Euro aus.
  • Bei einem Warenkorb von 20 Euro mit drei Positionen entsprechen sechs Euro Gebühr 30 Prozent des Warenwerts.

EU-Importgebühr auch für ältere Bestellungen

Auch Bestellungen, die vor dem 1. November aufgegeben wurden, können unter die EU-Importgebühr fallen. Denn laut den von Retail-News zitierten Informationen des Zolls zählt das Datum der Einfuhr und nicht das Kaufdatum.

Verbraucher müssen die Gebühr in der Regel nicht selbst anmelden. Meist kümmern sich Händler, Plattformbetreiber oder Zustelldienste darum. Allerdings können Unternehmen die Kosten weitergeben, etwa über höhere Preise, Versandkosten oder einen eigenen Posten.

Teil der EU-Zollreform

Die neue Gebühr ist laut Retail-News Teil der EU-Zollreform. Bereits am 1. Juli 2026 fiel die Zollfreigrenze von 150 Euro weg. Seitdem gilt ein pauschaler Zoll von drei Euro je Warenkategorie. Die EU rechnet laut Bericht mit Einnahmen in Milliardenhöhe.

Mit der EU-Importgebühr sollen unter anderem die Verwaltungskosten für die wachsende Zahl kleiner Pakete gedeckt werden. Dazu zählen Anmeldungen, Einfuhrbeschränkungen und Kontrollen der Produktsicherheit. Waren, die bereits ordnungsgemäß in die EU eingeführt wurden und dann innerhalb des Binnenmarkts verschickt werden, sind nicht betroffen.

Was die EU-Importgebühr für den Handel bedeutet

Nach Einschätzung von Retail-News könnte die Gebühr den Preisvorteil günstiger Anbieter aus dem Ausland verringern. Das gilt vor allem für Mode, Accessoires, Haushaltswaren und Zubehör für Elektronik. Europäische Händler könnten davon profitieren, haben aber selbst Kosten für Zoll, Transport, Lagerung und Compliance. Ob sich Marktanteile dauerhaft verschieben, ist laut Bericht offen.

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Quellen: Retail-News, 02.11.2026; Zoll, Pressemitteilung (zitiert laut Retail-News)

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