Großes Datenleck bei Wirtschaftsauskunftei: Millionen sensible Bonitätsdaten frei zugänglich

Ein Datenleck bei Infoscore Consumer Data hat Millionen sensible Bonitätsdaten offengelegt. Verbraucherschützer fordern strengere Sicherheitsmaßnahmen, während die Datenschutzbehörden ermitteln.

Am Wochenende des 16. November 2024 ereignete sich bei der deutschen Wirtschaftsauskunftei Infoscore Consumer Data ein gravierendes Datenleck, das sensible Bonitätsinformationen von Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern ungeschützt im Internet zugänglich machte. Betroffen waren detaillierte Angaben zu Mahnverfahren, Privatinsolvenzen und weiteren finanziellen Verhältnissen, die für jedermann einsehbar waren.

Infoscore Consumer Data, mit Sitz in Baden-Baden, zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftsauskunfteien Deutschlands und ist ein direkter Konkurrent der Schufa. Das Unternehmen bewertet die Zahlungsfähigkeit von Privatpersonen und stellt diese Informationen Unternehmen wie Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen zur Verfügung, um deren Kreditentscheidungen zu unterstützen.

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Die Sicherheitslücke wurde am Samstag, dem 16. November 2024, entdeckt und bestand über mehrere Stunden hinweg. Während dieser Zeit waren die sensiblen Daten ungeschützt im Internet abrufbar. Erst am Nachmittag desselben Tages wurde die Lücke geschlossen. Die genaue Anzahl der betroffenen Personen ist derzeit noch unklar, jedoch wird von mehreren Millionen ausgegangen.

Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Datenlecks bei Wirtschaftsauskunfteien ein. Bereits am 14. November 2024 wurde bekannt, dass die Aktivistin Lilith Wittmann eine Sicherheitslücke bei der Online-Auskunftei „it’s my data“ entdeckt hatte, die es ermöglichte, mit geringem Aufwand auf beliebige Bonitätsdaten zuzugreifen. Der Anbieter reagierte daraufhin mit der Abschaltung des Dienstes.

Die wiederholten Sicherheitsvorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit strengerer Datenschutzmaßnahmen bei Unternehmen, die mit sensiblen Finanzdaten umgehen. Verbraucherschützer fordern daher verstärkte Kontrollen und klare Richtlinien, um den Schutz personenbezogener Daten zu gewährleisten und das Vertrauen der Verbraucher in solche Institutionen wiederherzustellen.

Betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher sollten umgehend prüfen, ob ihre Daten von dem Leck betroffen sind. Dazu können sie Online-Tools wie den Leak Checker von digital-sicher.nrw nutzen, um festzustellen, ob ihre persönlichen Informationen in bekannten Datenlecks auftauchen. Zudem wird empfohlen, Passwörter zu ändern und bei verdächtigen Aktivitäten umgehend die zuständigen Stellen zu informieren.

Die Datenschutzbehörden haben Ermittlungen aufgenommen, um die Ursachen des Datenlecks zu klären und mögliche Konsequenzen für Infoscore Consumer Data zu prüfen. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um zukünftige Vorfälle dieser Art zu verhindern und den Datenschutz in der Branche zu stärken.


Quellen:

  • tagesschau.de
  • heise.de
  • digital-sicher.nrw
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