Eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt alarmierende Zahlen: Von 653 überprüften Fakeshops schalteten 50 Prozent Werbung auf den Plattformen Google oder Meta. Damit erreichen betrügerische Shops Millionen potenzieller Kund:innen. Parallel dazu gab fast jede:r achte Online-Shopper:in an, in den letzten zwei Jahren auf einen Fakeshop hereingefallen zu sein.
Fakeshops als wachsendes Problem im Onlinehandel
Die Zahl der Verbraucherbeschwerden über Fakeshops stieg 2024 um 47 Prozent auf über 10.000 Fälle. Für die ersten drei Quartale 2025 liegen bereits mehr als 8.000 Beschwerden vor. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des vzbv begegneten 70 Prozent der Onlinekäufer:innen in den letzten zwei Jahren unseriösen Shops, 51 Prozent sogar mehrfach.
Werbung als Schlüssel zur Täuschung
Die Analyse des vzbv ergab, dass viele Fakeshops gezielt Werbung auf Google, Facebook und Instagram schalten, um ihre Reichweite zu erhöhen. Allein die fünf reichweitenstärksten Shops erzielten mindestens 134 Millionen Anzeigenimpressionen auf Google. Die Werbung führt Verbraucher:innen in die Irre und begünstigt Betrug.
Forderung nach konsequenter Umsetzung des Digital Services Act
Der Digital Services Act verpflichtet große Plattformen, Risiken durch betrügerische Werbung zu erkennen und zu minimieren. Ramona Pop, Vorständin des vzbv, fordert: „Die großen Plattformen müssen stärker gegen betrügerische Werbung vorgehen. Die Europäische Kommission muss die Regeln konsequent durchsetzen.“ Wer mit Werbung Geld verdient, dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen.
Deutscher Verbrauchertag 2025: Schutz vor Online-Betrug stärken
Unter dem Motto „Shopping 4.0 – Wer zahlt den Preis?“ diskutieren Expert:innen am Deutschen Verbrauchertag am 6. November 2025 über den Schutz von Verbraucher:innen im digitalen Handel. Themen sind manipulative Designs, unfaire Personalisierung, gefährliche Produkte aus Drittstaaten und die Rolle von KI im Einkauf.
Tipps für Verbraucher:innen
- Misstrauen bei auffällig günstigen Angeboten ohne klare Herstellerangaben
- Nutzung des Fakeshop-Finders der Verbraucherzentrale zur Überprüfung von Shops
- Vorsicht bei Werbung auf sozialen Medien und Suchmaschinen