AliExpress hat einen chinesischen Verkäufer dauerhaft von seiner Plattform ausgeschlossen, nachdem eine Reuters-Recherche den Verkauf kindlich wirkender Sexpuppen in Europa und den USA aufdeckte. Der betroffene Anbieter „Guava Dolls“ aus der Provinz Shandong hatte mehrfach gegen Plattformrichtlinien und geltendes Recht verstoßen.
Hintergrund der Sperrung
Reuters informierte AliExpress am 14. November über die problematischen Angebote. Zunächst behauptete AliExpress, die Puppen seien unbewegliche Figuren ohne sexuelle Funktion und verstießen daher nicht gegen die Regeln. Nach weiterer Prüfung sperrte AliExpress den Händler dauerhaft. Der Verkäufer hatte zudem zugegeben, auf anderen Plattformen individuelle sexuelle Bestellungen anzunehmen.
Gesetzesverstöße und juristische Einschätzungen
Die Puppen wurden mit sexualisierten Darstellungen kindlicher Merkmale wie Schuluniformen und kindlichen Gesichtsausdrücken angeboten. Jurist:innen bewerteten diese Darstellungen als klar rechtswidrig. In mehreren EU-Ländern sowie den USA ist der Verkauf solcher Produkte verboten.
Regulatorischer Druck durch EU und nationale Behörden
AliExpress, Shein und Temu unterliegen als Very Large Online Platforms (VLOPs) den strengen Auflagen des Digital Services Act (DSA), der aktive Überwachung und Entfernung illegaler Inhalte fordert. Die EU-Kommission beobachtet die Einhaltung der Vorschriften genau. Frankreich ermittelt gegen Shein wegen ähnlicher Verstöße, was zu einer globalen Sperre entsprechender Produkte und einer temporären Schließung des französischen Marktplatzes führte.
EU-Parlament fordert verschärfte Maßnahmen
Das Europäische Parlament hat eine Resolution verabschiedet, die mehr Schutz vor illegalen Online-Produkten fordert, darunter kindlich wirkende Sexpuppen. Es ruft Kommission und Mitgliedstaaten zu strengeren Einfuhrkontrollen und konsequenter Durchsetzung der Regeln auf.