Postbank-Studie: Mehrheit der Jugendlichen kauft nach Influencer-Empfehlungen

Laut Postbank Jugend-Digitalstudie 2026 haben 54 Prozent der 16- bis 18-Jährigen nach einer Influencer-Empfehlung gekauft. TikTok wird zur wichtigsten Social-Shopping-Plattform.
Postbank Jugend-Digitalstudie 2026: Acht von zehn Jugendlichen kennen Social-Media-Süchtige Postbank Jugend-Digitalstudie 2026: Acht von zehn Jugendlichen kennen Social-Media-Süchtige
Grafik: Postbank

Social Shopping wird bei Jugendlichen immer wichtiger. Laut der Postbank Jugend-Digitalstudie 2026 haben 54 Prozent der 16- bis 18-Jährigen in den vergangenen sechs Monaten ein Produkt gekauft, weil sie es bei Influencern oder Bloggern gesehen haben. 2020 waren es noch 41 Prozent. Gleichzeitig sehen die Jugendlichen die Risiken sozialer Netzwerke durchaus kritisch, wie die Postbank am 22. Oktober 2026 mitteilt.

Social Shopping: TikTok überholt Instagram

  • 44 Prozent haben laut Studie bereits mindestens einmal direkt über soziale Netzwerke eingekauft, ein Viertel sogar mehrfach.
  • Drei Viertel der Jugendlichen mit Social-Shopping-Erfahrung wollen künftig genauso oft oder häufiger so einkaufen.
  • Junge Frauen kaufen nach Influencer-Empfehlungen häufiger (57 Prozent) als junge Männer (51 Prozent).
  • Besonders attraktiv sind Rabattaktionen (35 Prozent) und passende Produktvorschläge (33 Prozent).

Als wichtigste Plattform für Social Shopping nennen 55 Prozent TikTok, 15 Prozentpunkte mehr als 2025. Instagram fällt dagegen von 48 auf 39 Prozent, YouTube folgt mit 24 Prozent. Basis sind laut Postbank Jugendliche, die bereits über soziale Medien eingekauft haben oder sich das vorstellen können.

Social Shopping: Welche Plattformen Jugendliche nutzen

Im Schnitt verbringen die Jugendlichen laut Studie 64,6 Stunden pro Woche im Internet. Instagram nutzen 73 Prozent, WhatsApp und YouTube je 70 Prozent und TikTok 68 Prozent. Dabei legte TikTok innerhalb eines Jahres um 14 Prozentpunkte zu, Snapchat um 10 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Facebook, Telegram und Twitch erreichen nur noch je 16 Prozent.

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Jugendliche erkennen die Risiken

  • Acht von zehn kennen Menschen, die aus ihrer Sicht süchtig nach sozialen Medien sind.
  • Mehr als die Hälfte hat schon einen Kanal verlassen, weil dort zu viel Aggression, Hass oder Unwahrheiten verbreitet wurden.
  • 37 Prozent haben aus diesen Gründen sogar ihr eigenes Profil deaktiviert.
  • Fast jeder Zweite kennt jemanden, der über soziale Medien gemobbt wurde.

David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank, sagt: „Jugendliche bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken, reflektieren deren Risiken aber durchaus kritisch.“ Social Commerce verwische laut Dommel die Trennung zwischen Unterhaltung, Werbung und Einkauf. Deshalb gewinne finanzielle Bildung an Bedeutung, denn junge Menschen könnten Kaufentscheidungen immer schneller treffen.

So wurde die Studie erstellt

Für die Postbank Jugend-Digitalstudie 2026 befragte die Postbank im Juli 1.000 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse sind laut Postbank nach Bundesland, Alter und Geschlecht gewichtet und damit repräsentativ. Die Studie erscheint seit 2019.

Passend dazu: vzbv fordert Verbot von Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel.

Quellen: Postbank Medieninformation, 22.10.2026; Retail-News, 01.11.2026

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