Die EU-Kommission hat gegen den Onlinemarktplatz Temu eine Geldbuße von 200 Millionen Euro verhängt. Damit ist es womöglich nicht getan: Kann Temu nicht nachweisen, dass es ausreichend gegen illegale Produkte vorgeht, kann die Kommission zusätzlich tägliche Zwangsgelder festsetzen. Das berichtet Onlinehändler News des Händlerbundes.
Das wirft die Kommission Temu vor
Nach Auffassung der Kommission schützt Temu Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausreichend vor illegalen Produkten und unterschätzt die Risiken seiner Plattform. Bei Testkäufen seien zahlreiche Artikel aufgefallen, die Sicherheitsstandards nicht erfüllten und etwa chemische Grenzwerte überschritten. Die Kommission wertet das als schweren Verstoß gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA).
Diese Auflagen muss Temu erfüllen
Laut Bericht hat Temu nach der Strafe Änderungen bei der Kommission eingereicht. Umsetzen muss die Plattform innerhalb von vier Monaten unter anderem:
- prüfen, ob die Empfehlungsalgorithmen zur Verbreitung illegaler Produkte beitragen
- die Risikobewertung für den Marktplatz überarbeiten
- mit verlässlichen Kennzahlen belegen, ob die Schutzmaßnahmen gegen illegale Produkte wirken
- offenlegen, wo automatische und manuelle Prüfungen von Angeboten an Grenzen stoßen
- untersuchen, wie Händler Funktionen der Plattform nutzen, um illegale Angebote zu verbreiten
Mehr zum Thema: Temu Risikobericht: Onlinehändler muss EU Bericht zu gefährlichen Produkten vorlegen.
Quelle: Onlinehändler News (Händlerbund), 30.10.2026, mit Verweis auf ntv